Die Geschichte der Vereinsbrauerei Apolda

Ansicht um 1890
Bereits im Jahr 1440 findet das Bierbrauen in Apolda erste urkundliche Erwähnung.
Durfte damals „Niemand anders als der von Vitzthum" ein Brauhaus halten, war es am 1. Oktober 1887 die Vereinigung der Braustätten „Karl Kürschner & Co." mit dem Brauunternehmen „Gebr. Bohring" zur „Vereinsbrauerei Apolda AG", die den Grundstein für unsere heutige Privatbrauerei legte.

Es ist historisch belegt, dass die „Vereinsbrauerei" die wohlgeordnete Nachfolgerin der braugewerblichen Rechte des Schlossgutes und der Stadt Apolda von mindestens dem Jahre 1440 an geworden ist. Die Stadt selbst übte damals das Braugewerbe nicht selbst aus, sondern über bestimmte Bürgergruppen. Auch war das Schankrecht zunächst auf die Bürger der Innenstadt beschränkt.

Eine wesentliche Wendung für das Brauwesen brachte der Friedensschluss von 1648, als sich die Stadt Apolda und die Universität Jena über die Verwaltung Apoldas einigten.
1710 vereinigten sich die Innenstädter zu einer „Gesellschaft", die Vorstädter folgten, von da an gab es in Apolda zwei Braukommunen. 1826 gelang es einem Assessor Börner, die bis dahin noch neben einander bestehenden Braukommunen zu vereinen.

Die Apoldaer Brauwirtschaft profitierte nach 1830 stark vom Aufblühen der heimischen Strumpf- und Wollwarenwirkerei und der Erbauung der Thüringer Eisenbahn.
Ab 1844 begann sich die Braukommune durch Kaufverträge eine unabhängige Rechtsinhaberstellung als unanhängigen Brauereibetrieb zu schaffen. 1872/73 wurde mit 46 brauberechtigten Bürgern eine „Städtische Braugenossenschaft zu Apolda, Karl Kürschner & Co." formiert, deren erster Vorsteher Herr Karl Kürschner war. 1884 wurde die Firma in das Handelsregister eingetragen und wandelte sich in eine Braugenossenschaft (Karl Kürschner & Co.).

Am 1. Oktober 1887 vereinigte sich die Braugenossenschaft mit der Firma Gebr. Bohring zur Vereinsbrauerei Apolda Aktiengesellschaft. Die Firma Bohring hatte sich ab 1860 durch Herrn Deinhardt aus Herressen gegründeten Brauerei über den Verkauf an die Gebr. Bohring zur einem gleichberechtigten zweiten Brauereiunternehmen in Apolda entwickelt. Der Gründungsakt fand am 8. August 1888 statt. Das Grundkapital wurde im ersten Jahr von 850.000,- Reichsmark auf 1.020.00,- erhöht. Der Versuch, die Brauerei unabhängig von der städtischen Wasserleitung zu machen, verursachte hohe Kosten.

Die kräftige Aufwärtsentwicklung Anfang des 20. Jahrhunderts wurde durch den 1. Weltkrieg jäh unterbrochen. Die Beschränkung der Biererzeugung belief sich zu Kriegsende auf 5 % der Friedensmengen. Nach einem Aufwärtstrend bis 1929 machte sich dann die Verarmung des Volkes und die Markentwertung bemerkbar. Eine Verbesserung des Bierausstoßes folgte ab 1933. Interessant ist, daß trotz Vordringens der bayrischen Grenzbrauereien die Vereinsbrauerei Apolda ihren Anteil an Apolda am Bierverbrauch behaupten konnte.
1936 wurde die Emil-Bohring-Siedlung geplant, eine Stammarbeiter-Siedlung für die Arbeiter der Vereinsbrauerei mit 19 Heimstätten. Brauerei und Emil-Bohring-Stiftung gewährten jedem Arbeiter ein Darlehen.

In der DDR wurde sie 1952 zur VEB Vereinsbrauerei Apolda umbenannt.1953 gehörten dem Produktionssortiment die Biere Glockenhell, Glockenpils, Bock und Doppelkaramels an. Der Betrieb erhielt mehrfach die Auszeichnung „Beste Erzeugnisqualität", ab 1968 wird das „Apoldaer-Dominator-Spezial" hergestellt. Im Jahr 1969 wird die Vereinsbrauerei dem „VEB Getränkekombinat Erfurt" angegliedert, bleibt aber selbständige ökonomische Einheit.
Die Erzeugnisse „Dominator-Spezial" und „Diabetiker-Pils" erhalten 1976 die Gütezeichen „Q" in Anerkennung ausgezeichneter Qualität vom ASMW der DDR, anläßlich der Leipziger Herbstmesse erfolgt die Verleihung der Goldmedaille für das Diät-Bier. Nach der Wende zieren der „Goldene Preis" der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft Frankfurt/Main und die Ehrungen für Markenqualität aus deutschen Landen die Produkte. 2002 wurden erstmal 100.000 Hektoliter Bier verkauft.

2003 erhält der langjährige Betriebsdirektor Günther Ramthor das Bunderverdienstkreuz und es wird Richtfest für die neue Produktionshalle gefeiert. 2005 wird die neue Flaschenabfüllanlage in Betrieb genommen. 2006 erhielt die Vereinsbrauerei Apolda das Brau-Ring-Gütesiegel. Heute produziert die Vereinsbrauerei mit der Marke „Apoldaer" neun überregional bekannte Biere. Apolda liegt an der 500 Kilometer langen Bier- und Burgenstraße.

120 Jahre Vereinsbrauerei

Für alle die mehr über die Vereinsbrauerei erfahren wollen. Die Imagebroschüre "120 Jahre Brauerei Apolda" - Ein Querschnitt durch 120 Jahre Braukunst.

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